Fachinformationen
Startseite
StartseiteFachinformationenTherapie > Zahn- und Mundhygiene
 Therapie  

Zahn- und Mundhygiene

Manifestationen von EB an Zähnen und Zahnfleisch

  • Karies
  • Schmelzdefekte
  • Paradontitis, Paradontose
  • Zahnfehlstellungen durch reduziertes Kieferwachstum

Zahnveränderungen bei Epidermolysis bullosa

grübchenartige Veränderungen am Schmelz der bleibenden Zähne

stark kariös zerstörtes Gebiss

alle Zähne sind angelegt, zum Teil aber nicht durchgebrochen, Schmelzfehlbildungen

Zahn- und Mundhygiene bei Epidermolysis bullosa (EB)

Bei Epidermolysis bullosa (EB) kann aufgrund von Blasenbildung der Mundschleimhaut die Zahn- und Mundhygiene erschwert sein. Eine möglichst gute Zahn- und Mundhygiene ist aber trotz der Gefahr von Blasenbildung notwendig, um einer vermehrten Kariesbildung zu entgegnen. Ein gesundes und funktionsfähiges Gebiss ist für die Nahrungsaufnahme sehr wichtig, zumal die Nahrungsaufnahme aufgrund von möglichen Ösophagusstenosen zusätzlich erschwert sein kann.
Es gibt bei der Zahn- und Mundpflege Grundsätze, die dann jeweils individuell auf den Patienten angepasst werden sollten.

Zusammengefasst empfiehlt sich für zu Hause:

  • Zahnpflege 2-3x täglich nach dem Essen
  • ggf. individuelle Modifikation der Zahnpflegemittel
  • lokale Fluoridierung
  • unterstützende Mundspülungen
  • Mundschleimhautläsionen mit chlorhexidindigluconat-haltigem Gel behandeln
  • Vermeidung von zuckerhaltigen Getränken und Zuckerreduktion in der Ernährung

Zur Zahnpflege geeignete Mittel (Beispiele):

  • (Hand-)Zahnbürsten mit weichen Borsten und kleinen Köpfen, elektrische Zahnbürsten mit weichen Borsten und Kinderaufsatz
  • Kinderzahnpasten für Kinder, bei Mundschleimhauterosionen für Erwachsene mentholfreie Zahnpaste
  • Fluorid-Gel

Zusätzlich sollten regelmäßige zahnärztliche Behandlungen erfolgen:

  • Zahnärztliche Kontrolle und Prophylaxe mittels professioneller Zahnreinigungen mind. 4x jährlich
  • Professionelle Fluoridierung

Grundsätze zur zahnärztlichen Behandlung:

  • Lippen mit Vaseline (evtl. vorher etwas aufwärmen) eincremen
  • Watteröllchen längs halbieren
  • Watteröllchen nur vollständig durchnässt entfernen
  • Patient hält Wange/Lippe selbst ab oder Behandler bzw. Helferin mit dem Finger
  • Verzicht auf den Speichelsauger
  • Speichel und Wasser in Nierenschale fließen lassen

Besondere Maßnahmen bei der Behandlung:

  • Verwendung eines Kinderwinkelstücks
  • kleine Spiegel aus dem HNO-Bereich
  • Situationsabformung Alginat OK und UK mit flexiblen Fluoridierungsschienen; Größe S
  • Dauer der Behandlungssitzungen abhängig von der Belastbarkeit des Patienten
  • Nadel bei Infiltrationsanästhesie tief einstechen, nur kleines Depot setzen
  • Termine nicht zu dicht aneinander legen
  • Mundspülung mit Chlorhexidin-Präparat um Wundheilung zu unterstützen und Infektionen zu vermeiden

Läsionen durch die Behandlung lassen sich trotzdem nicht vollständig vermeiden!!

Dr. Julia Becker, Zahnärztin. Essen
Doris Höping, Ärztin, Epidermolysis bullosa-Zentrum, Universitäts-Hautklinik Freiburg