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 Klinik & Genetik  

Kindler Syndrom

Aufgrund der klinischen und molekularbiologischen Ähnlichkeit zur EBS kann das Kindler-Syndrom als eine der EB-Gruppe nahe stehende hereditäre blasenbildende Erkrankung angesehen werden. Bis zur Entdeckung des Kindlin-1 (KIND1)-Gens galt das KS über Jahre als fragliche Entität, die entweder der EB-Gruppe oder den Poikilodermien zugeordnet wurde. Differentialdiagnostisch zum Kindler Syndrom sind alle EB-Formen, kongenitale Photodermatosen und Poikilodermien in Betracht zu ziehen.

Die Universitäts-Hautklinik Freiburg ist ein Zentrum für klinische, molekulare und genetische Diagnostik des KS.

  • Genetik: Autosomal-rezessiv vererbte Mutationen im neu entdeckten KIND1-Gen; dieses kodiert für Kindlin, ein intrazelluläres Zytoskelett-Linkerprotein.
  • Antigen Mapping: Intraepidermale Blasenbildung; für die Anfärbung mit Antikörpern gegen Kollagen XVII, Laminin 5 und Integrin α6β4 ist normale Intensität, mit Unterbrechungen charakteristisch; Kollagen VII ist ungewöhnlich weit verteilt.
  • Elektronenmikroskopie: Unterbrechungen und Verzweigungen der Basalmembran. Außerdem finden sich fokale Spaltbildungen in unterschiedlicher Höhe der dermoepidermalen Junktionszone, insbesondere innerhalb der Basalzellschicht, in der Lamina lucida und unterhalb der Lamina densa.
  • Prognose: Die Blasenbildung geht im Verlauf zurück, das Risiko für Plattenepithelkarzinome ist erhöht. Dennoch ist die Lebenserwartung normal.

Hautmanifestationen

  • Beginn unmittelbar postpartal
  • Vorwiegend akral lokalisierte Blasenbildung, die mit dem Alter zurückgeht
  • Photosensitivität
  • Trockenheit, leichte Schuppung und Atrophie der Haut, Teleangiektasien, Hypo- und Hyperpigmentierungen, progressive generalisierte Poikilodermie
  • Palmoplantarkeratosen und Kontrakturen
  • Neigung zu Gingivablutungen bereits bei geringfügiger mechanischer Irritation
  • Parodontose im Jugendalter
  • Schleimhauterosionen und Fissuren im Analbereich und Genitalbereich, Urethrastenose, Phimose
  • Die Patienten neigen zur Entwicklung von Plattenepithelkarzinomen.